Andacht Pfarrerin Ruf

Liebe Gemeinde!

Während ich das hier schreibe fallen Bomben auf die Ukraine, sterben Menschen im Mittelmeer und verhungern im Jemen. Und mich überfällt ein allumfassendes Gefühl von Weltschmerz. Die Welt scheint still zu stehen.

Die Welt schien still zu stehen als die Jünger und Jüngerinnen Jesus am Kreuz sterben sahen. Angst, Trauer und Fassungslosigkeit waren ihre Begleiter. Die Welt schien still zu stehen als die Jünger am Karsamstag zuhause saßen, hoffnungslos, verzweifelt, orientierungslos.

Die Jünger und Jüngerinnen, sie wissen noch nichts vom Ostersonntag, vom leeren Grab das kommt. Sie können nur den Schmerz aushalten, die Angst durchstehen, der Trauer Raum geben. Aber der Ostersonntag kommt und mit ihm, Hoffnung, Freude, Licht, Orientierung, Lebensmut.

Während ich das hier schreibe, hat die Passionszeit begonnen. Die Zeit in der wir uns an Jesu Leiden erinnern. Aber durch die ganze Passionszeit hindurch ist doch klar, dass der Ruf am Ostermorgen kommt: „Er ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden“.

Wenn Sie das hier lesen, dann liegt die Passionszeit fast hinter uns, dann ist fast Ostern. Wie wird die Welt dann wohl aussehen frage ich mich? In der Ukraine, im Jemen, im Mittelmeer. Aber auch in unseren kleinen persönlichen Welten. 

Ob wohl Angst, Trauer, Fassungslosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung abgelöst werden durch Hoffnung, Freude, Licht, Orientierung und Lebensmut?

Wir können es nur hoffen und wenn nicht, können wir uns immer noch an der Hoffnung festklammern:

Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden. Halleluja.

Ihre Pfarrerin     Sonja Ruf