Andacht

Liebe Leserin, lieber Leser!
Sie lesen die letzte Andacht, die ich für die Homepage unserer Gemeinde geschrieben habe. In dieser letzten Andacht möchte ich das Zentrum meines Glaubens und den Grund unserer Hoffnung als Christen in den Mittelpunkt stellen.
Ostern. Das Fest der Auferstehung. „Der Herr ist auferstanden!“ – „Er ist wahrhaftig auferstanden!“ So erschallt der Ostergruß durch die Kirche am Ostermorgen. So erschallt er über die ganze Welt, wo Christen zusammenkommen und die Auferstehung feiern. Da wird der Grund unserer Hoffnung genannt: Jesus ist auferstanden. Er lebt. In einem Lied von Christian Fürchtegott Gellert heißt es: Jesus lebt, mit ihm auch ich! / Tod, wo sind nun deine Schrecken? / Er, er lebt und wird auch mich / von den Toten auferwecken. (Evangelisches Gesangbuch, 115)
Auf dem Titelbild sehen Sie einen Ausschnitt unseres Altarbildes: Die Auferstehung Jesu Christi. Jesus steht in einem geöffneten Sarg. Das ist ungewöhnlich. Denn wenn wir historisch fragen, dann lag Jesus in keinem Sarg auf einem Friedhof, so wie wir es bei uns kennen. Nein, er wurde in ein Felsengrab gelegt.
Das Altarbild will also keine Geschichtsdokumentation sein, sondern uns den Grund unserer Hoffnung vor Augen malen. Jesus ist auferstanden – deswegen werden auch wir einmal auferstehen.
Das gilt für solche, die in antiken Höhlengräbern lagen und für solche die in heutigen Holzsärgen oder Urnen auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden haben.
All das fällt nicht ins Gewicht, denn Gott wird uns einen neuen Leib geben. Wie dieser Leib aussieht, davon weiß Paulus auch nur in Vergleichen zu reden. Aber eine leibliche Auferstehung ist für ihn wie für mich die Hoffnung.
So heißt es im Monatsspruch für April: So auch die Auferstehung der Toten. Es wird gesät verweslich und wird  auferstehen unverweslich. Es wird gesät in Niedrigkeit und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesät in Schwachheit und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesät ein natürlicher Leib und wird auferstehen ein geistlicher Leib. Gibt es einen natürlichen Leib, so gibt es auch einen geistlichen Leib. (1. Korintherbrief 15,42-44)
In unserem Altarbild wird diese Hoffnung durch zwei Merkmale unterstrichen:
Der auferstandene Jesus trägt eine Siegesfahne in seiner linken Hand: Ein Stab mit einem Kreuz und einer wehenden Fahne. Das heißt: Der Auferstandene ist der Gekreuzigte. Und nur als der Gekreuzigte kann er der Auferstandene sein, der uns vom Tod erretten kann. In Schwachheit und Ohnmacht starb Jesus am Kreuz. Aber seine Auferstehung geschieht in Kraft.
Die rechte Hand hat die Finger zum Segnen geformt: Der auferstandene Jesus sagt uns allen seine Nähe zu: „Du gehörst zu mir. Ich bin immer bei dir – im Leben und im Sterben.“
Ich wünsche Ihnen allen, dass Sie mit dieser Hoffnung leben und dann einmal sterben können in der Gewissheit: Jesus lebt, mit ihm auch ich!

Seien Sie herzlich gegrüßt und Gott befohlen,
Ihr Pfr. Frank Knausenberger